Fördern Sie Ihre Fähigkeiten und das Vergnügen

Komplementäre Therapien ergänzen die Einzel- und Gruppengespräche. Sie fördern kognitive Fähigkeiten und die Koordination, stärken das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz. Sie werden die eine oder andere Therapie, je nach Neigung, als sehr entspannend und bereichernd empfinden.

  • Kunsttherapie: Malen Sie Ihre inneren Bilder.

    In der Kunsttherapie geht es nicht darum, dass Sie ein Kunstwerk schaffen. Aber Sie dürfen.

    Vielmehr eröffnen Sie Ihrem Unbewussten eine Möglichkeit, sich zu äußern – indem Sie mit Farben und Ton, Holz und Stein etwas gestalten. Die Art, wie Sie das tun, sagt etwas über Sie aus, ebenso das Ergebnis. Im Gespräch darüber mit Ihrem Kunsttherapeuten können Sie viel über sich erfahren.

  • Theatertherapie und Musiktherapie: Die Hauptrolle spielen Sie.

    In der Therapie „Theater im Leben“ entdecken Sie neu, was Sie als Kind schon einmal wussten. Im eigenen Leben kann man nur eine einzige Rolle einnehmen: die absolute Hauptrolle. Alle anderen Menschen – Familie, Geliebte, Kinder, Kollegen, Freunde – sind anwesend auf der Bühne. Aber sie bestimmen nicht das Stück. Lernen Sie wieder, wie wichtig Sie sind und erkennen Sie die eigene Persönlichkeit an. Nicht das Resultat ist entscheidend, nicht der Erfolg, sondern nur, dass Sie auf der Welt sind.

  • ACT: nehmen Sie Abstand zu Ihren Gedanken, und nähern Sie sich Ihren Werten.

    ACT steht für Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Die Therapie wurde im letzten Jahrzehnt entwickelt, und ihre Wirksamkeit in der Suchtbehandlung ist belegt.
    ACT geht davon aus, dass verschiedene psychische Vorgänge zur Entstehung von Störungen beitragen. Einer davon ist das Fehlen positiver Werte und ein Mangel an innerer Selbstverpflichtung – Commitment. In der Therapie klären Sie Ihre Werte und Lebensziele, und Sie leiten konkrete Handlungsabsichten ab, die Commitments.
    Mit Hilfe verschiedener Strategien – unter anderem Ihr süchtiges Verhalten – versuchen Menschen, unangenehme und schmerzhafte Empfindungen zu vermeiden. Die Strategien funktionieren jedoch nur zeitlich begrenzt und beeinträchtigen die Lebensqualität. Mit Hilfe von ACT lernen Sie Akzeptanz: Sie lernen, auch unangenehme Empfindungen zu anzuerkennen – einfach, weil sie zum Leben gehören.

    Sie lernen auch Aufmerksamkeit für den Augenblick und Abstand zu Ihren Gedanken. Sie betrachten Ihre eigenen Gedanken „achtsam“*, ohne mit ihnen zu verschmelzen, also ohne an sie zu glauben oder ihnen zu viel Macht zu geben. Sie nutzen dazu verschiedene Techniken zum Beispiel buddhistische Meditationspraktiken oder Techniken der Gestalttherapie.

    * Der Begriff „Achtsamkeit“ wird Ihnen auch in der Beschreibung der nächsten Therapieform begegnen, und wir möchten ihn hier kurz erklären. „Achtsamkeit“ steht für eine besondere Form der Aufmerksamkeit; sie ist absichtsvoll, nicht-wertend und auf den gegenwärtigen Moment gerichtet.

  • Achtsamkeitsfokussierte Rückfallprävention: Passen Sie auf sich auf.

    Die Wurzeln dieser Therapie liegen bereits in den 1970er Jahren. Inzwischen liegen wissenschaftliche Publikationen vor, aus denen eindeutig eine Wirksamkeit in der Suchtbehandlung hervorgeht. Die Therapie verringert das Verlangen nach dem Suchtstoff und verbessert die Selbsteinschätzung und die Verfügbarkeit von Ressourcen.

    Im Rahmen der achtsamkeitsfokussierten Rückfallprävention besuchen Sie täglich eine Sitzung von 50 Minuten. Themen sind unter anderem Achtsamkeit in Alltags- und in Risikosituationen, Selbstfürsorge und Lebensstil.

    Dazu kommt jeweils eine 20-minütige Übung, die Ihre Fähigkeit zur distanzierten Beobachtung stärkt, zum Beispiel Sitzmeditation mit Atemachtsamkeit oder Benennung von Gedanken.

  • Die Nachsorge: Vorbereitung für eine gute Zeit

    Während Ihres Aufenthaltes planen wir zusammen die Zeit danach. Falls Sie bereits vorher in Therapie waren, binden wir gern Ihren Therapeuten ein. Falls nicht, können wir Ihnen einen Therapeuten vermitteln.

  • Im ganzen Land: das Netzwerk für Sie

    Während Ihrer Zeit bei uns suchen wir nach einer Selbsthilfegruppe in der Nähe Ihres Wohnorts. Es gibt rund einhundert in ganz Deutschland. Außerdem lernen Sie bei uns das 12-Schritte-Modell der Anonymen Alkoholiker, aber auch die Ansätze anderer Gruppen wie das Blaue Kreuz, der Kreuzbund oder die Narcotics Anonymous kennen.

  • Im Netz: Gruppen- und Einzelgespräche

    Wir bieten unseren Patienten eine Online-Nachsorge an. Damit können Sie die kritische Zeit zwischen der stationären und der ambulanten Versorgung überbrücken. Sie können dazu via Chat an den Sitzungen einer Online-Gruppe teilnehmen. Sie wird von erfahrenen Gruppentherapeuten begleitet. Sie können auch über Skype oder facetime allein mit Ihrem Bezugstherapeuten sprechen.

    Die Online-Gruppen sind offene Gruppen, Sie können also jederzeit dazu kommen. Die Zahl der Teilnehmer beträgt maximal acht. Die Sitzungen finden wöchentlich zu einem festen Zeitpunkt statt und dauern 90 Minuten. Sie sind auf einen Zeitraum von 12 Wochen angelegt.

  • Die Therapie nach der Therapie

    Bei Bedarf bieten wir Ihnen nach der stationären Erstbehandlung eine zweite Therapie oder eine Intervalltherapie an. Mit dieser Unterstützung können Sie die Erfolge Ihrer Behandlung stabilisieren.