Neu gegen alt – oder: Trainieren Sie die Muster.

Eine Sucht ist ein Verhaltensmuster. Und ein Verhaltensmuster können Sie nur ändern, wenn Sie es durch ein anderes ersetzen. Das bedeutet neuronale Veränderungen im Gehirn; das Gehirn muss die neuen Muster erst festigen.

Diese Veränderungen brauchen Zeit und Übung. Sie müssen das Gehirn trainieren wie einen Muskel, der ein Gewicht heben soll. Sie müssen es darauf trainieren, die ungewohnten Anforderungen eines abstinenten Lebens zu meistern.

In Ihrer Zeit in der Lifespring-Privatklinik sind wir Ihre Coaches. Wir unterstützen Sie dabei, Ihr Verhalten so zu verändern, dass die Voraussetzungen für die neuroplastische Veränderung geschaffen werden. Wir machen Ihr Gehirn vertraut mit den neuen Mustern.

Das werden Sie bekommen:

Sie werden genügend Zeit für sich haben und eine veränderte Tagesstruktur. Neue Aktivitäten werden Teil Ihres Lebens sein: Gespräche, Kunst und Musik, Yoga, Bewegung. Die psychische Belastung wird sinken. Und Ihre sozialen Fähigkeiten werden steigen.

Wenn Sie die Klinik verlassen, ist das Training nicht abgeschlossen. Sie werden anfangs Disziplin brauchen, und eine ständige innere Auseinandersetzung wird Ihre Begleiterin sein.

Doch mit der Zeit entwickelt Ihr Gehirn ein Bedürfnis nach dem neuen Verhaltensmuster. Sie sind zufrieden in Ihrer Abstinenz.

Jetzt haben Sie das Gewicht gehoben.

Einzeltherapie

  • Lernen Sie sich kennen.

    Bei den Einzelgesprächen ist das Persönliche sehr wichtig. Sie müssen Ihren Psychotherapeuten mögen und ihm vertrauen, nur dann kann eine Behandlung erfolgreich sein. Sollten Sie sich mit dem Therapeuten, der ursprünglich für Sie gedacht war, nicht wohl fühlen, dürfen Sie ihn wechseln.

    Die psychotherapeutische Behandlung beginnt am ersten Tag. Die Einzelgespräche finden bei Bedarf zunächst auch in Ihrem Zimmer statt. Vielleicht löst die Entgiftung depressive Verstimmungen bei Ihnen aus. Sie werden es dann als sehr wohltuend empfinden, wenn jemand da ist, um Sie anzuhören und mit Ihnen zu reden. Unsere Coaches verfügen über viel Einfühlungsvermögen und eigene Suchterfahrung.

    In den täglichen psychotherapeutischen Einzelgesprächen lernen Sie zunächst mehr über sich und über Ihre Krankheit – die viel komplexer ist, als Sie vielleicht vermuten. Oft sind es mehrere Erkrankungen.

    Zudem steht eine Suchterkrankung immer in Zusammenhängen. Wir betrachten den Zusammenhang mit Ihrer Lebensgeschichte, mit Ihrer aktuellen psychischen Verfassung und Ihrer sozialen Situation. Wir fragen nach Zusammenhängen mit psychischen Konflikten, die Ihnen wahrscheinlich gar nicht bewusst sein werden.

  • Familie? Beruf? Sehen wir hin!

    Zusammen werden wir daran arbeiten, die psychische Belastung zu reduzieren. Wir beziehen dabei auch Ihre familiäre und Ihre berufliche Situation ein. Dazu bieten wir Ihnen auch eine Familienaufstellung an oder eine Aufstellung der Mitarbeiter an Ihrem Arbeitsplatz. Wir verwenden dazu kleine Figuren, denen Sie die Rollen der verschiedenen Personen übertragen.

Gruppentherapie

  • Lernen Sie aus Erfahrungen – auch aus denen der anderen.

    Die Gruppenpsychotherapie gehört zu jeder stationären medizinischen Behandlung. In der Regel leiten Psychologen oder Ärzte sie an. Wir unterscheiden zwei Formen: die psychodynamische Gruppentherapie und die themengebundene Gruppentherapie.

  • Neue Beziehungen zu erleben, kann heilsam sein.

    Psychodynamische Gruppentherapien finden zweimal die Woche statt. Hier können Sie erzählen, was immer Sie bedrückt, beschwert und beschäftigt. Und Sie hören den anderen zu und reagieren. Denn wie sich die Beziehungen entwickeln, wie die Mitglieder der Gruppen sich gegenseitig wahrnehmen und wie sie miteinander umgehen, ist von großer Bedeutung. Im Austausch mit den anderen werden Sie deren Verhaltensweisen, Gefühle und Fantasien verstehen – manchmal bewusst, manchmal unbewusst.

    Die Beziehungserfahrungen in der Herkunftsfamilie und mit den Menschen, die uns als Kinder und Jugendliche sehr nahe standen, spielen eine wichtige Rolle dafür, wie wir uns als Erwachsene in Gruppen erleben. Wenn wir diese Zusammenhänge erkennen, können wir biografische Erfahrungen verarbeiten. Dabei hilft die psychodynamische Gruppentherapie. Hier können Sie neue heilsame Beziehungserfahrungen machen und Lösungen für Probleme in alten Beziehungen finden. Das wiederum wirkt sich positiv auf Ihre Suchterkrankung aus.

  • Neun Menschen und immer ein drängendes Thema.

    Innerhalb der themengebundenen Gruppentherapie treffen Sie sich dreimal die Woche, vier Wochen lang zu dem selben Thema. Wer neu aufgenommen wurde, kann jederzeit einsteigen. An einer Gruppe nehmen maximal neun Patienten teil.

    Alle Themen beziehen sich auf Ihre aktuelle Situation – die aktuelle Situation aller, die in der Gruppe sind: die individuelle Entwicklung der Abhängigkeit, die persönlichen Konsequenzen des Konsums, die abstinente Zukunft: Welche positiven Veränderungen gibt es, welche Probleme? Was kann Sie stärker zu Veränderungen motivieren? Welche persönlichen Stärken können Sie dafür nutzen? Lebensbereiche, in denen Sie zufrieden sind, können eine Ressource für Veränderungen sein und auch für die Rückfallprävention. Welche Bereiche sind das? Wie gehen Sie um mit sozialem Druck, Risikosituationen, mit einem Rückfall?

    Sie werden im Laufe der Sitzungen immer mehr Fertigkeiten entwickeln, die angesprochenen Probleme zu lösen. Mit diesen erst allgemeinen Fähigkeiten können Sie individuelle Veränderungs- und Lösungsmöglichkeiten für ihr eigenes Leben finden.

Psychoedukation

  • Das Wichtigste wissen über die Sucht.

    Die Psychoedukation ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Therapie; das gesamte medizinisch-psychologische Team ist beteiligt. Es erwarten Sie insgesamt acht Vortragsgespräche von jeweils 50 Minuten, jedes wird von einem anderen unserer Mitarbeiter geleitet. Sie bekommen wissenschaftlich fundierte Informationen zu sieben suchtrelevanten Gebieten.

  • Das Suchtmittel und seine Wirkung:

    Hier werden die positiven und negativen Wirkungen verschiedener Drogen erörtert, und Sie erfahren, wann aus dem Konsum eine Sucht wird.

  • Die Neurobiologie der Sucht:

    Was passiert im Gehirn unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen? Was verändert sich im Belohnungssystem? Und wieso kann man die Kontrolle verlieren?

  • Psychiatrische Aspekte der Sucht:

    Wie hängen Angststörungen, Depressionen und Psychosen mit dem Konsum zusammen?

  • Psychologische Aspekte der Sucht:

    Wie entstehen Gefühle wie Schuld, Scham und Verzweiflung?

  • Sucht und das soziale Umfeld:

    Welche Auswirkungen hat die Sucht auf das Sozialleben? Welche sozialen Probleme können im direkten Zusammenhang entstehen?

  • Sucht und systemische Zusammenhänge:

    Welche Auswirkungen hat die Sucht auf das Verhältnis zu nahestehenden Menschen und auf diese Menschen selbst? Co-Abhängigkeit, zum Beispiel, ist ein Thema.

  • Rückfall-Prävention:

    Welche Faktoren können ein Rückfall auslösen? Und wie vermeiden Sie sie?