Leber entgiften

Leber entgiften

Die Suchphrase „Leber entgiften“ wird im Netz häufig eingegeben. Dies allein ist im wissenschaftlichen Sinn noch nicht besonders repräsentativ und aussagekräftig. Es liefert aber einen Hinweis darauf, dass sich dieses Thema eines erhöhten Interesses erfreut. Die Relevanz dieser Suchphrase setzt zweierlei voraus: Man kann der Leber „Gift“ zuführen beziehungsweise sie sogar vergiften. Und man kann das Gegenteil bewirken, nämlich sie entgiften. Ob das wirklich so ist, genau dieser Frage soll hier nachgegangen werden.

Alkohol – pures Gift für die Leber

Bei der Frage, was Gift für die Leber ist, wird jeder wohl zunächst an Alkohol denken. Denn es ist gemeinhin bekannt, dass übermäßiger Alkoholkonsum auf Dauer die Leber schädigt. In der Tat ist es so, dass zum Beispiel nach den Angaben der Gastro-Liga (Organisation zur Bekämpfung von Krankheiten in Magen, Darm und Leber) über 90% des aufgenommenen Alkohols in der Leber landet. Dort wird er mithilfe von Enzymen und über mehrere Zwischenschritte abgebaut und letztlich in Fett umgewandelt. Zuviel Alkohol bedeutet folglich – vereinfacht ausgedrückt – zu viel Fett. Fettüberschüsse werden in der Leber eingelagert. Gönnt man der Leber keine Atempausen und Erholungsphasen zum Abbau der dadurch entstehenden Fettdepots, verfettet sie. Es entsteht die sogenannte Fettleber. Setzt man die Überbeanspruchung der Leber durch einen regelmäßig erhöhten Alkoholverzehr weiterhin fort, kann sich die Leber entzünden (Alkoholhepatitis). Im weiteren Verlauf können sich dann eine Leberzirrhose oder auch Leberkrebs entwickeln. Laut „Internisten im Netz“ (Portal des Berufsverband Deutscher Internisten) werden etwa 30-50% der Leberkrankungen in den Industrieländern durch Alkohol verursacht.

Zu viel Zucker und Fett schaden der Leber ebenfalls

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Haupt-Fokus einer Sucht- und Entzugsklinik, wie Lifespring in Bad Münstereifel, auf Alkohol als Schadstoff für die Leber liegt. Aufgrund neuerer medizinischer Erkenntnisse rücken aber in den letzten Jahren zunehmend andere Risikofaktoren ins Blickfeld, die im Hinblick auf ihr leberschädigendes Potenzial mindestens ebenso bedeutsam sind wie Alkohol. Hierzu zählen ein hoher Zucker- und Fettkonsum sowie als Folge hiervon zum Beispiel Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit (Adipositas) oder Diabetes mellitus Typ II. Zuckerüberschüsse werden von der Leber ebenfalls in Fett umgewandelt und dort eingelagert. Gleiches trifft erst recht auf Überschüsse aus zu fettreicher Nahrung zu. Beides – sowohl Zucker als auch Fett – begünstigt also ebenfalls die Ausprägung einer Fettleber und ihrer Folgeerscheinungen.

Medikamentenmissbrauch – hohes Risiko für die Leber

Im Kontext mit durch stoffgebundene Süchte ausgelöste Leberschädigungen sollte übrigens nicht vergessen werden: Auch Medikamente passieren die Leber und werden dort verstoffwechselt. Medikamentenmissbrauch birgt daher ebenso ein hohes Risikopotenzial für die Leber. Dies gilt ganz besonders, wenn Arzneimittel im Beikonsum mit Alkohol eingenommen werden. Die Wechselwirkung von Alkohol mit bestimmten Medikamenten, wie zum Beispiel Paracetamol, kann nach Angaben der Deutschen Leberstiftung zu schweren Leberschäden führen.

Hepatitis-Gefahr zum Beispiel für Drogenabhängige

Der Vollständigkeit halber seien hier noch verschiedene Hepatitis-Viren (A bis E) genannt. Sie können durch die Auslösung einer Leberentzündung (Hepatitis) ebenfalls einen schädigenden Einfluss auf dieses Organ ausüben. Diese Viren können über Nahrung, Kot und Körperflüssigkeiten wie Blut übertragen werden. Im Kontext mit einer Suchterkrankung ist vor allem die Übertragung durch Blut bedeutsam. Mehrfach verwendetes und entsprechend verunreinigtes Drogenbesteck zum Beispiel bei Heroinabhängigen stellt hier die größte Ansteckungsgefahr dar.

Leberschäden entstehen oft unbemerkt

Das Tückische an Leber schädigenden Prozessen ist, dass sie zunächst keine – zumindest keine spezifischen – Beschwerden verursachen. Denn der Leber selbst mangelt es zum Beispiel an Schmerzfühlern, sogenannte Schmerzrezeptoren. Gelegentlich macht sich ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar. Später können im Zuge einer Leberentzündung Symptome, wie zum Beispiel Müdigkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder eine Gelbfärbung von Haut und Augen hinzukommen – daher auch die volkstümliche Bezeichnung Gelbsucht. Die Gelbfärbung ist aber oft nur leicht ausgeprägt und daher für den medizinischen Laien nicht immer eindeutig zu erkennen. Gewissheit über den Zustand der Leber und eventuell bereits vorliegende Schäden erlangt man nur mithilfe des Arztes. Er kann über eine Blutentnahme die Leberwerte (sogenannte Transaminasen, wie zum Beispiel GGT, GOT, GPT) bestimmen lassen. Sind sie erhöht, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Leber nicht mehr richtig arbeitet. Dann können eine Ultraschalluntersuchung sowie im Zweifelsfall auch weitere bildgebende Verfahren (Kernspin, MRT) oder eine Gewebeentnahme (Biopsie) vorgenommen werden. Sie geben Aufschluss über die Ursachen, die Art der Erkrankung und den bereits eingetretenen Schädigungsgrad der Leber.

Kann man seine Leber entgiften?

Damit es erst gar nicht zu funktionellen Störungen oder Schäden der Leber kommt, ist es sicher sinnvoll, ihr etwas Gutes tun zu wollen. Die Frage ist aber, ob eine Entgiftung der Leber überhaupt möglich ist. Wenn man darunter die Einnahme der vielen Mittel (z. B. Mariendistel) mit verlockendem Entgiftungsversprechen versteht, muss die Antwort lauten: „Nein!“ Denn wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit dieser Präparate gibt es in der Regel nicht. Wenn man aber mit Leber entgiften das Weglassen von den Nahrungsbestandteilen, Genussgiften oder Medikamenten meint, die der Leber Schaden zufügen, heißt die Antwort ganz klar: „Ja!“ Die Leber besitzt nämlich die Fähigkeit, sich durchaus selbstständig regenerieren zu können – allerdings nur, wenn man ihr entsprechende Atempausen gönnt. Dies kann bei einem akuten „Über-die-Stränge-schlagen“ bei entsprechendem anschließenden Verzicht innerhalb weniger Tage wieder zu ihrer vollständigen Erholung führen. Bei bereits größeren Schäden, wie zum Beispiel einer Fettleber, kann es aber auch Wochen oder sogar Monate dauern – das konsequente Weglassen des verursachenden Faktors, wie zum Beispiel Alkohol, allerdings vorausgesetzt.

Was tun bei schwereren Leberschäden?

Bei einer akuten Hepatitis wird man in der Regel nicht umhinkommen, zusätzlich zum Schonen der Leber durch Weglassen potenziell belastender Stoffe (vor allem Alkohol!) auch eine medikamentöse Therapie in Anspruch zu nehmen. Bei einer chronisch gewordenen Leberentzündung oder der Leberzirrhose ist der Prozess der Schädigung allerdings nicht mehr umkehrbar. Die Leberzirrhose, beim medizinischen Laien auch unter der Bezeichnung „Schrumpfleber“ geläufig, ist das Endstadium vieler chronischer Lebererkrankungen. Leberzellen sterben ab und werden durch „normales“ Bindegewebe ersetzt. Dadurch kann die Leber ihre Aufgaben zunächst nicht mehr vollständig, bei fortschreitender Zirrhose dann irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen. Im letztgenannten Fall kommt es zum Leberversagen.

Durch eine Umstellung des Lebensstils lässt sich der Verlauf von Lebererkrankungen aber oft günstig beeinflussen oder zumindest, wie bei einer Leberzirrhose, ein weiteres Fortschreiten verzögern oder sogar aufhalten. Hierzu zählt an erster Stelle der konsequente Verzicht auf Alkohol! Je nach weiteren Auslösern empfiehlt sich eine zucker- oder fettreduzierte Ernährung, der schonende Abbau von Übergewicht sowie regelmäßige körperliche Bewegung.

Die beste Prophylaxe: ein gesunder Lebensstil!

Eine ausgewogene Ernährung, das Achten auf Übergewicht, ein aktiver Lebensstil mit ausreichender körperlicher Bewegung sowie das regelmäßige Einlegen alkoholfreier Tage: Genau dies ist bestens dazu geeignet, um den meisten Leberschäden und -erkrankungen vorzubeugen. Viele Menschen haben offensichtlich ein Gespür dafür, wann sie ihrer Leber zu viel zugemutet haben. Sonst würde nicht so häufig im Netz nach Anleitungen und Tipps zum Thema „Leber entgiften“ gesucht. Wenn man die hier genannten Ratschläge zu den Themen Ernährung, Bewegung, Gewicht und Alkohol regelmäßig beherzigt, hat man für die Entgiftung und Gesunderhaltung seiner Leber schon sehr viel gewonnen.

Darüber hinaus gibt es gegen einige Hepatitis-Viren (A und B) auch vorbeugende Impfungen. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn man einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist. Dies trifft zum Beispiel auf Drogenabhängige, Reisende in besondere Risikogebiete, HIV-Positive, Dialysepatienten, Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen, Personen mit riskantem Sexualverhalten, Personal von medizinischen Einrichtungen und Ersthelfer zu.

Sie haben es also zu einem guten Teil selbst in der Hand, ob und inwieweit sich Ihre Leber von selbst entgiften kann und auch von anderen Schädigungen verschont bleibt.

Alkoholentzug

Vielleicht wissen Sie nur, dass es so nicht weitergeht. Das genügt.

Möglicherweise trinken Sie schon lange zu viel Alkohol und finden es inzwischen unangenehm, was das mit Ihnen macht. Wenn Sie den starken Wunsch verspüren, Ihr Leben zu ändern, unterstützen wir Sie mit Empathie und fachlicher Kompetenz. Der richtige Zeitpunkt, Ihr Leben zu verbessern, ist: immer!

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Oft gestellte Fragen

Über 90 Prozent des aufgenommenen Alkohols landet in der Leber. Dort wird er mithilfe von Enzymen abgebaut und in Fett umgewandelt. Bei übermäßigem Konsum von Alkohol kann die Leber auf Dauer beschädigt werden – denn durch den Alkoholabbau wird zu viel Fett produziert, das sich in der Leber anlagert. Als Folge kann eine Fettleber entstehen, die sich bei fortfahrend hohem Alkoholkonsum sogar entzünden kann. Mehr dazu

Ebenso bedeutsame Risikofaktoren wie Alkohol bilden ein hoher Zucker- und Fettkonsum sowie daraus resultierendes Übergewicht oder Diabetes. Zuckerüberschüsse werden von der Leber in Fett umgewandelt und dort eingelagert – reines Fett erst recht. Zu viel Zucker und Fett können also die Ausprägung einer Fettleber begünstigen.

Ein Leberschaden zeigt sich zunächst kaum in spezifischen Beschwerden. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es der Leber an Schmerzrezeptoren mangelt. Anfangs verspüren Patienten ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch. Als Folge einer späteren Leberentzündung können Symptome wie Müdigkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit oder eine Gelbfärbung der Haut und Augen auftreten. Lediglich ein Arzt kann jedoch über eine Blutentnahme die Leberwerte prüfen und Gewissheit über deren Zustand verschaffen.

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