Herzrasen nach Alkohol: Ursachen, Risiken, Hilfe

Person Fasst Sich An Das Herz

Das Wichtigste zu Herzrasen nach Alkohol auf einen Blick

  • Warum Herzrasen nach Alkohol? Alkohol verändert die elektrischen Impulse im Herz und macht das Herz-Kreislauf-System instabil.
  • Wie lange dauert Herzrasen nach Alkohol an? Die Symptome treten in der Regel 10 bis 30 Stunden nach dem Konsum auf und können bis zu 50 Stunden anhalten.
  • Ist Herzrasen nach Alkohol gefährlich? Jein. Bei regelmäßigem Auftreten kann es auf eine Rhythmusstörung wie Vorhofflimmern hinweisen und das Schlaganfallrisiko erhöhen.
  • Was tun bei Herzrasen nach Alkohol? Ruhe bewahren, Alkoholkonsum stoppen und bei anhaltenden Beschwerden oder Alkoholsucht professionelle Hilfe beanspruchen.

Was ist Herzrasen nach Alkohol?

Definition

Beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag nach Alkoholkonsum. Das Herz schlägt dabei schneller als 100 Schläge pro Minute.

Symptome

Deutliches Herzklopfen oder -pochen, unregelmäßiger Herzschlag, Herzstolpern, Engegefühl in der Brust, innere Unruhe, Schwitzen, Atemnot oder Schwindelgefühl.

Wann tritt es auf?

Während des Trinkens, wenige Stunden danach oder am nächsten Morgen. Typischerweise erreichen die Beschwerden zwischen 10 und 30 Stunden nach dem Alkoholkonsum ihren Höhepunkt. Bei regelmäßigem Konsum oder während eines Alkoholentzugs können die Symptome verstärkt auftreten.

Warum es zu Herzrasen nach Alkohol kommt

Die Ursachen für Herzrasen nach Alkohol sind komplex und betreffen sowohl die elektrische Reizleitung im Herz als auch das gesamte Nervensystem. Dabei wirken verschiedenen Mechanismen zusammen.

Elektrische Instabilität

Alkohol kann die Erregungsleitung im Herzen verändern. Die Impulse, die normalerweise gleichmäßig durch den Herzmuskel laufen, reagieren empfindlicher — das Herz schlägt schneller oder unruhiger.

Stresssystem

Alkohol aktiviert das sympathische Nervensystem, das für Stressreaktionen zuständig ist. Dadurch werden Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet und treiben die Herzfrequenz in die Höhe.

Elektrolytstörungen

Durch Alkohol verliert der Körper Flüssigkeit sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Diese Elektrolyte sind entscheidend für einen stabilen Herzrhythmus.

Entzündungsreaktionen

Regelmäßiger oder hoher Alkoholkonsum kann entzündliche Veränderungen im Herzmuskel begünstigen. Das macht das Herz langfristig empfindlicher für Rhythmusstörungen wie Herzrasen nach Alkohol.

Hormonelle Effekte

Alkohol regt ein Hormonsystem an, das eigentlich den Blutdruck steuern soll – das sogenannte Renin‑Angiotensin‑Aldosteron‑System. Wenn es durch Alkohol überaktiv wird, steigen Herzfrequenz und Blutdruck.

Herzrasen nach Alkohol: Was hilft?

Wenn Sie Herzrasen nach Alkohol verspüren, können Sie mit einigen Maßnahmen gegensteuern.

Wichtig ist jedoch: Beobachten Sie die Symptome genau!

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Herzrasen immer wieder auftritt oder Sie unter zusätzlichen Symptomen wie Brustschmerzen, Ohnmachtsgefühlen und Atemnot leiden.

Was tun bei Herzrasen nach Alkohol?

  • Ruhe bewahren: Setzen oder legen Sie sich hin. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung und versuchen Sie, ruhig zu atmen.
  • Keinen weiteren Alkohol: Stoppen Sie sofort jeden weiteren Alkoholkonsum. Ihr Körper braucht jetzt Zeit für den Alkoholabbau.
  • Ausreichend Wasser trinken: Trinken Sie stilles Wasser, um einer Dehydration entgegenzuwirken und den Elektrolythaushalt zu stabilisieren.
  • Tiefe Atemübungen: Langsame, tiefe Atemzüge helfen, das Nervensystem zu beruhigen und die Herzfrequenz zu senken.
  • Kühle Umgebung: Frische Luft und eine kühle Umgebung können die Beschwerden lindern.

Wann wird Herzrasen nach Alkohol gefährlich?

Frau Liegt Auf Bett Herzrasen

In vielen Fällen ist Herzrasen nach Alkohol zwar unangenehm, aber nicht zwingend gefährlich. Dennoch gibt es Situationen, in denen Vorsicht geboten ist.

Wenn das Herzrasen nach dem Alkohol regelmäßig auftritt, kann das den Kreislauf belasten. Wiederholte Episoden sollten ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Rhythmusstörungen auszuschließen.

Ein Sonderfall ist das sogenannte Holiday‑Heart‑Syndrom: Bestimmte Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern können nach starkem Alkoholkonsum auftreten. Langfristig kann hoher Alkoholkonsum den Herzmuskel schwächen, strukturelle Veränderungen wie Fibrose oder eine Vergrößerung des Herzens begünstigen und die Anfälligkeit für Rhythmusstörungen erhöhen. Herzrasen nach Alkohol ist deshalb ein Signal, das Sie unbedingt ernst nehmen sollten.

Herzrasen nach Alkohol: Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit

Wenn Sie regelmäßig Herzrasen nach Alkohol verspüren, könnte ein weiterer Schritt sein, den eigenen Alkoholkonsum ehrlich zu hinterfragen. Denn die Rhythmusstörungen deuten darauf hin, dass Ihr Körper bereits auf den kontinuierlichen Alkoholkonsum reagiert und Ihr Herz-Kreislauf-System belastet ist.

Können Sie 3 oder mehr der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten, liegt höchstwahrscheinlich eine Alkoholsucht vor:

  1. Haben Sie das Gefühl, nicht mehr aus freiem Willen zu trinken, sondern weil ein innerer Druck Sie dazu drängt?
  2. Merken Sie, dass Sie sich vornehmen, weniger zu trinken, es aber nicht schaffen?
  3. Fühlen Sie sich ohne Alkohol unruhig, gereizt oder körperlich angeschlagen?
  4. Brauchen Sie inzwischen deutlich mehr Alkohol, um dieselbe Wirkung wie früher zu spüren?
  5. Drehen sich Ihre Gedanken und Ihr Alltag zunehmend ums Trinken, während anderes an Bedeutung verliert?
  6. Trinken Sie weiter, obwohl Alkohol bereits gesundheitliche, berufliche oder soziale Probleme verursacht?

Sie müssen den Weg nicht alleine gehen!

 

 

Qualifizierte Entzugsbehandlung bei Alkoholsucht

Bild Text Arzt Andreas

Andreas Gholmié
Leitender Arzt

Sie haben Herzrasen nach Alkohol? Ihr Konsum entgleitet Ihnen? Sie erkennen sich in vielen der obigen Fragen wieder?

Wir sind für Sie da. Denn der richtige Zeitpunkt, etwas zu verändern, ist: immer!

Bei LIFESPRING begleiten wir Sie auf Ihrem Weg aus der Alkoholabhängigkeit – mit Empathie, medizinischer Kompetenz und einem integrativen Behandlungskonzept.

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FAQ zu Herzrasen nach Alkohol

Herzrasen nach Alkohol ist ein Symptom, das viele Unsicherheiten aufwirft. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen, die uns in der LIFESPRING-Privatklinik häufig gestellt werden.

Bei Herzproblemen durch Alkohol sind Kardiologen die richtigen Ansprechpartner. Sie können Herzrhythmusstörungen diagnostizieren, Ihre Herzgesundheit umfassend untersuchen und eine geeignete Behandlung einleiten. Bei einer bestehenden oder vermuteten Alkoholabhängigkeit sollten Sie zusätzlich eine Suchtklinik aufsuchen. In der LIFESPRING-Privatklinik sind wir auf die Behandlung stoffgebundener Süchte sowie damit einhergehender Begleiterkrankungen spezialisiert. Sprechen Sie uns einfach an.

Das Holiday Heart Syndrom beschreibt Herzrhythmusstörungen, in der Regel in Form von Vorhofflimmern, die nach exzessivem Alkoholkonsum auftreten. Der Name stammt daher, dass dieses Phänomen erstmals bei Urlaubern und Feiernden nach ausgiebigem Alkoholgenuss beobachtet wurde. In etwa 90 Prozent der Fälle ist dies ein vorübergehendes Ereignis, das sich nach einigen Stunden bis Tagen wieder normalisiert. Bei manchen Menschen kann das Vorhofflimmern jedoch andauern oder im Laufe der Zeit erneut auftreten. Auch regelmäßig getrunkene kleine Mengen Alkohol können ein Vorhofflimmern begünstigen.

Ja, absolut. Viele Menschen berichten, dass bereits ein Glas Wein oder ein kleines Bier ausreicht, um Herzrasen auszulösen. Die Reaktion des Körpers auf Alkohol ist sehr individuell und hängt von Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Stoffwechsel und persönlicher Veranlagung ab. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit dieser Reaktion sogar zu.

Das nächtliche Herzrasen hat mehrere Ursachen: Erstens setzt die Aktivierung der Stresshormone (Noradrenalin und Adrenalin) erst während des Alkoholabbaus ein – also einige Stunden nach dem Konsum. Zweitens kommt es im Liegen zu Umverteilungsprozessen des Blutes im Körper. Mehr Blut drückt auf das Herz, was zu einer erhöhten Schlagfrequenz führen kann. Drittens nehmen wir unseren Herzschlag in Ruhe und im Liegen intensiver wahr als tagsüber bei Aktivität.

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