Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit verstehen

Formen von Medikamentenmissbrauch im Alltag

Medikamentenmissbrauch zeigt sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Da jeder Wirkstoff anders im Gehirn ansetzt und jeder Mensch eine eigene Geschichte mitbringt, müssen die Formen des Medikamentenmissbrauchs individuell betrachtet werden.
Auf den folgenden Seiten haben wir spezifische Informationen für Sie zusammengefasst.

Medikamentenabhängigkeit

Wie erkennt man eine Medikamentenabhängigkeit? Und welche Wirkstoffe gehen mit einem hohen Suchtpotenzial einher?

Weitere Fakten zum Medikamentenmissbrauch

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Laut Daten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sind in Deutschland rund 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen medikamentenabhängig. Die Dunkelziffer beim reinen Medikamentenmissbrauch liegt vermutlich weitaus höher. Um den schleichenden Prozess hin zur Abhängigkeit besser zu verstehen und Betroffene sowie Angehörige aufzuklären, haben wir die wichtigsten Fragen rund um den Medikamentenmissbrauch kompakt und verständlich zusammengefasst.

Von Medikamentenmissbrauch spricht man, wenn Sie Arzneimittel anders einnehmen, als es ärztlich verordnet wurde. Das betrifft die Dosis, die Dauer der Einnahme oder den Zweck. Auch Menschen, die Medikamente ohne medizinischen Grund nutzen, missbrauchen sie – zum Beispiel, um im Alltag besser zu „funktionieren“ oder Gefühle zu betäuben.

  • Missbrauch ist das Verhalten. Das Einnehmen entgegen der ärztlichen Verordnung (zu viel, zu lange, ohne Grund).
  • Abhängigkeit ist die Folge (die Krankheit). Der Körper und die Psyche brauchen die Substanz irgendwann, um zu funktionieren.

Eine bestehende Abhängigkeit ist also medizinisch gesehen immer auch ein dauerhafter Missbrauch des Medikaments.

Ein Warnsignal ist das Verlangen, die Dosis eigenmächtig zu erhöhen, weil die Wirkung nachlässt (Toleranzentwicklung). Auch wenn Sie nervös werden, sobald der Vorrat zur Neige geht, oder Sie verschiedene Ärzte für Rezepte aufsuchen, sind das Anzeichen dafür, dass Ihnen die Kontrolle entgleitet.

Im Fokus stehen vor allem drei Wirkstoffgruppen:

  1. Schlaf- und Beruhigungsmittel (insbesondere Benzodiazepine und Z-Substanzen)
  2. Starke Schmerzmittel (Opioide)
  3. Anregungsmittel (wie Aufputschmittel oder bestimmte ADHS-Medikamente zur Leistungssteigerung)

Die Symptome hängen stark vom Medikament ab. Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Benommenheit, extreme Stimmungsschwankungen, Unruhe bei nachlassender Wirkung sowie ein Rückzug aus dem sozialen Leben. Betroffene wirken häufig in ihrem Wesen verändert oder emotional „wie in Watte gepackt“.

Neben der Gefahr einer Abhängigkeit drohen auch gesundheitliche Folgen. Dazu gehören Organschäden (vor allem an Leber und Nieren), Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Wesensveränderungen. Zudem können sich die ursprünglichen Symptome wie Angst oder Schlaflosigkeit nach dem Absetzen verstärken (Rebound-Effekt).

Der reine Konsum bzw. Medikamentenmissbrauch ist in Deutschland nicht strafbar. Illegal und somit strafbar wird es jedoch, wenn Rezepte gefälscht, Medikamente auf dem Schwarzmarkt gekauft oder Ärzte bewusst getäuscht werden, um an Nachschub zu gelangen. Unabhängig von den rechtlichen Vorschriften wiegt in diesem Fall aber die Frage nach Ihrer eigenen Gesundheit, Ihrer Lebensqualität und Ihrer Freiheit schwerer.

In der LIFESPRING-Privatklinik sind wir auf den Entzug von Medikamenten spezialisiert und begleiten Sie mit einem integrativen Ansatz. Wir lindern Ihre körperlichen Entzugserscheinungen durch eine maßgeschneiderte Medikation. Parallel dazu arbeiten wir gemeinsam in einer Psychotherapie die tieferliegenden Ursachen Ihrer Sucht auf. Sie entwickeln persönliche Strategien, um Ihren Alltag ohne das Medikament zu bewältigen und in ein selbstbestimmtes Leben zurückzufinden.

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