Tavor®: Ist der Entzug wirklich die Hölle?

Tavor® Entzug muss nicht die Hölle sein

Wenn der Entzug von Tavor® gelungen ist, betonen Betroffene immer wieder, dass er trotz aller Härten als Befreiung empfunden werde.

Die Abhängigkeit von Tavor® ist für viele nämlich ebenfalls quälend und kein Leben mehr. Jedoch gibt es einen Unterschied:

Die Symptome der Abhängigkeit bleiben oder werden im Zuge der Toleranzentwicklung noch schlimmer, während die Entzugserscheinungen irgendwann schwinden.

Der Entzug von Tavor® kann die Hölle sein, muss es aber nicht. Im Folgenden widmen wir uns daher Themen, die in diesem Zusammenhang besonders wichtig sind:

  • Entzugssymptome
  • Entzugsbehandlung in unterschiedlichen Szenarien
  • Ablauf der qualifizierte Entzugsbehandlungen in der LIFESPRING-Privatklinik
  • Optionen zur Entzugsmilderung bei der LIFESPRING-Privatklinik
  • Wirkeigenschaften von Tavor®
  • Risiken und Nebenwirkungen
    (vor allem bei Langzeiteinnahme von Tavor ®)

Entzug von Tavor®

Bild Text Frau Tabletten

Das Wichtigste im Überblick:

Die Schwere des Entzugs hängt von der Einnahmedauer, Höhe der Tagesdosen, Art des Absetzens (abrupt versus ausschleichend) und Entzugs (kalter versus warmer Entzug) sowie von Begleiterkrankungen und dem Allgemeinzustand ab.

Körperlichen Symptome:
Kopfschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Schwindel, Schweißausbrüche, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Tremor, veränderte Sinneswahrnehmungen.

Vegetative und kognitive Störungen:
Innere Unruhe, Schlafstörungen, Alpträume, Gedächtnislücken.

Psychische Erscheinungen:
Aggressionen, Halluzinationen, Angstzustände, Verfolgungswahn, reaktive Depressionen.

Schwerwiegende Komplikationen:
Epileptische Anfälle, suizidales Verhalten, Delir – erfordern sofortige ärztliche Hilfe!

Von „machbar“ bis „Hölle“ ist alles dabei. Denn Entzugsverläufe sind genauso individuell wie Abhängigkeitsverläufe. Insofern sollte man sich nicht zu sehr von extremen Einzelfällen abschrecken lassen.

Eine sog. „qualifizierter Entzug“ dauert bei uns in der LIFESPRING-Privatklinik mindestens 28 Tage. Schließen sich Reha (ebenfalls mindestens 3 Wochen) und ambulante Nachsorge an, können hieraus auch Monate werden.

Bei moderater Abhängigkeit und stabiler Verfassung kann ein ärztlich! begleiteter häuslicher Entzug von Tavor® gelingen. In schweren Fällen (längere Einnahme von hohen Dosen) empfiehlt sich ein qualifizierter Entzug in einer Fachklinik. Wir, die LIFESPRING-Privatklinik, sind darauf spezialisiert.

Der temporäre Umstieg von Lorazepam (Tavor®, kürzere Halbwertzeit) auf z. B. Diazepam (längere Halbwertzeit) mildert akute Entzugsspitzen. Außerdem sind viele einzelne Entzugssymptome durch entsprechende Medikamente ebenso gezielt wie wirkungsvoll behandelbar. Zusätzlich fördert auch der Einsatz der Neuro-Elektrischen Stimulation (NES) eine bessere Erträglichkeit von Entzugssymptomen.

Tavor®-Entzug – das Tor zur Hölle?

Der Entzug von Tavor® kann ohne Frage sehr unangenehm und belastend sein. Manche erleben ihn gar als „Hölle“. Doch ob es so kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, auf die man zum Teil durchaus Einfluss nehmen kann. An erster Stelle ist hier die Art des Absetzens zu nennen. Beendet man die Einnahme abrupt und ohne langsames Ausschleichen, erhöht sich das Risiko für einen quälenden Entzugsverlauf erheblich.

Dasselbe ist der Fall, wenn man Tavor® vor dem Entzug über mehrere Jahre in einer hohen Tagesdosierung eingenommen hat. Als hohe Tagesdosis gilt laut S3-Leitlinie „Medikamentenbezogene Störung“ alles, was über 4 mg Lorazepam (Tavor®) liegt. Gerade dann ist ein behutsames Ausschleichen sehr wichtig. Hierfür gibt es ausgeklügelte Schemata, deren Handhabung aber viel Erfahrung und Wissen voraussetzt. Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen einen qualifizierten Entzug in einer Fachklinik. Denn dort kann man bei entsprechender Anwendung zum Beispiel eines Diazepam-Äquivalents dem Tavor®-Entzug seine Spitzen nehmen.

Darüber hinaus spielt natürlich auch die körperliche und seelische Grundverfassung der Betroffenen eine große Rolle. Nehmen wir zum Beispiel Patientinnen und Patienten, die an schwerwiegenden und/oder mehreren Vor- beziehungsweise Begleiterkrankungen leiden. Sie stecken den Entzug unter Umständen schlechter weg als junge und ansonsten gesunde Menschen mit guten Allgemeinzustand.

Welche Symptome können beim Entzug von Tavor® auftreten?

Die im einführenden Überblick aufgeführte Liste möglicher Beschwerden beim Entzug von Tavor® ist stattlich. Dies kann auf den ersten Blick erschlagend wirken. Dabei gilt es allerdings zu bedenken: Die genannten Symptome müssen weder alle noch gleichzeitig oder gar in maximaler Ausprägung auftreten. Vielmehr gibt es von Fall zu Fall unterschiedliche Variationen in der Zusammensetzung und Schwere der Entzugserscheinungen. Und auch hier nehmen Umstände Einfluss, wie zum Beispiel:

  • Dauer der Einnahme von Tavor®,
  • Höhe der Tagesdosis,
  • Art des Absetzens
  • sowie körperliche und seelische Verfassung der Patientin oder des Pateinten.

Einige von ihnen treten insbesondere in den ersten Phasen des Entzugs auf, andere halten deutlich länger an – das ist von Patient zu Patient verschieden.

Häufigkeiten von Entzugssymptomen:

  • Besonders häufig:
    Kopfschmerzen
  • Häufige körperliche Beschwerden:
    Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, gesteigerte Sinneswahrnehmungen (z. B. Licht- und Geräuschempfindlichkeit), Schwitzen
  • Häufige psychische/vegetative Erscheinungen:
    Angst und Panik, innere Unruhe, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Alpträume, Halluzinationen, Aggressivität
  • Seltenere Komplikationen:
    Epileptische Anfälle, suizidales Verhalten, Desorientiertheit und Delir

Erfahrungen mit Tavor®-Entzug

Verlauf und Erfolg eines Tavor®-Entzugs können genauso individuell und unterschiedlich sein wie die Menschen, die unter einer Abhängigkeit von Tavor® leiden. Wer sich also auf die Reise ins Internet und auf die Suche nach diversen Erfahrungsberichten, Meinungen und Ratschlägen anderer Betroffener begibt, sollte vor allem versuchen, sich nicht abschrecken zu lassen.

In vielen verschiedenen Foren wie beispielsweise drugscout.de oder psychic.de schildern Betroffene, wie sie den Entzug erlebt haben, was gut geklappt hat und was nicht, wie es ihnen mittlerweile geht – und auch, ob sie nach wie vor ohne das Suchtmittel zurechtkommen.

 

Erfahrungsbericht einer Betroffenen

Im Forum drugscout.de beschreibt eine Betroffene zum Beispiel einen für den Tavor®-Entzug typischen Zwiespalt. Einerseits sei es die Hölle, andererseits lohne es sich. Sie nahm über acht Jahre hinweg ca. 6 mg am Tag. Das entspricht einer langen Einnahmedauer und hohen Tagesdosis. Entsprechend langwierig gestaltete sich ihr Entzug mit einem sechswöchigen Aufenthalt in der „Geschlossenen“ und sieben Wochen in einer psychosomatischen Fachklinik. Dem schloss sich eine Reha von 26 Wochen an. Am Ende wurde ihre Mühe belohnt und sie schaffte es, von Tavor® loszukommen.

Dauer des Tavor-Entzugs in der LIFESPRING-Privatklinik

Bei der qualifizierten Entzugsbehandlung einer Abhängigkeit von Tavor® orientiert sich unsere Klinik an der S3 -Leitlinie „Medikamentenbezogene Störungen“. Sie wird von der AWMF, dem Dachverband von über 180 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, herausgegeben.

Diese Leitlinie legt keine Mindestdauer fest. Vielmehr betont sie, dass sich die Länge des qualifizierten Entzugs unter anderem am Schweregrad der Störung sowie am individuellen Therapiefortschritt ausrichten sollte.  Dies trifft ganz besonders auf die qualifizierte Entzugsbehandlung bei Benzodiazepinen, also auch Tavor®, zu. Ihre Dauer ist demnach fallweise sehr unterschiedlich. Als Erfahrungswert hat sich bei der LIFESPRING-Privatklinik allerdings – mit Unterstützung durch NES – ein Zeitfenster von vier bis sechs Wochen herauskristallisiert.

In diesem Zeitraum lassen sich – ebenfalls erfahrungsgemäß – neben der akuten Entgiftung auch psychoedukative, psychotherapeutische und rehabilitative Bausteine sinnvoll integrieren. Diese sollen helfen, Rückfällen vorzubeugen und die Langzeitstabilität zu fördern. Je nachdem, wie hoch die Tavor®-Dosis vor der Behandlung war und wie das individuelle Ausdosierungsschema gestaltet wird, kann sich der Zeitraum von 4-6 Wochen jedoch auch verkürzen oder um mehrere Wochen verlängern. Dies geschieht natürlich nur in enger Abstimmung mit unseren Patientinnen und Patienten.

LIFESPRING-Privatklinik – der Ort für einen Tavor®-Entzug

Ist ein Tavor®-Entzug zu Hause sinnvoll?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an. In einigen Fällen (bei nicht so langer Einnahme von nicht so hohen Dosen) kann es – nur nach ausgiebiger Rücksprache und in engmaschiger Begleitung durch den Hausarzt! – durchaus möglich sein, einen Entzug zu Hause erfolgreich durchzuführen.

In schwereren Fällen, das heißt, besonders bei längerer Einnahme von hohen Dosen, ist aber ein kontrollierter und professioneller Entzug in einer Fachklinik zu bevorzugen. Hauptgrund dafür ist, dass der Betroffene zum einen aus seinem gewohnten Umfeld geholt wird, das er automatisch mit seiner Suchterkrankung verbindet. Zum anderen stehen ihm rund um die Uhr Ärzte, Psychotherapeuten und Ansprechpartner zur Verfügung, die auch auf schwerwiegendere Entzugssymptome umgehend reagieren können. Diese können potenziell lebensbedrohlich sein. Außerdem sollten die begleitenden therapeutischen Maßnahmen nicht unterschätzt werden, die während des qualifizierten Entzugs stattfinden. Sie sind zwingend notwendig, um langfristige Erfolge erzielen zu können.

Wie läuft eine qualifizierte Entzugsbehandlung in der LIFESPRING-Privatklinik ab?

Info Grafik Qualifizierte Entzugsbehandlung

Qualifizierte Entzugsbehandlung bei LIFESPRING

(Die qualifizierte Entzugsbehandlung bei Tavor kann von dem Schaubild deutlich abweichen. Näheres besprechen Sie mit unseren behandelnden Ärzten in einem Vorgespräch oder bei Aufnahme)

Die qualifizierte Entzugsbehandlung bei LIFESPRING findet von Beginn an auf verschiedenen Ebenen statt. Eine dieser Ebenen umfasst die medikamentös gestützte, körperliche Entgiftung. Sie zielt darauf ab, den Körper vom Suchtstoff zu befreien. Hier treten vor allem körperliche Entzugssymptome mit den entsprechenden möglichen Komplikationen auf. Insofern sollte gerade diese Phase ärztlich überwacht werden sollte. Zur Unterstützung können spezifische Medikamente verabreicht werden, um die Entzugssymptome erträglicher zu gestalten. Bei Bedarf findet außerdem vor dem eigentlichen Ausschleichen eine Substitution statt. Hierbei wird von Lorazepam (Tavor®) auf zum Beispiel Diazepam umgestellt. Dieser Wirkstoff zeichnet sich durch eine längere Halbwertzeit und besser abzustufende Darreichungsform aus. Dadurch kann er deutlich schonender reduziert werden.

Auf einer weiteren Ebene wird zeitgleich ein intensives psychotherapeutisches Programm im Einzelsetting absolviert. Dabei sollen die Ursachen ihrer Abhängigkeit und Suchtanfälligkeit tiefgreifend erkannt und beginnend zu behandelt werden. Ergänzend tragen sozio- und milieutherapeutische Interventionen dazu bei, hinderliche Verhaltensmuster zu identifizieren und neue Lebensstrategien zu entwickeln.

Flankierende Maßnahmen aus dem Bereich der Tanz-, Kunst- und Bewegungstherapie setzen im Gruppensetting zusätzliche Impulse. Sie helfen, die angestrebte Tavor®-Abstinenz langfristig zu stabilisieren. Des Weiteren leisten auch achtsamkeitsbasierte Ansätze wie Yoga oder Meditation sowie emotionsaktivierende Formate wie die Dramatherapie einen wichtigen Beitrag. Denn sie tragen dazu bei, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Schließlich rundet der Sozialdienst die Qualifizierte Entzugsbehandlung ab. Er bespricht passende und möglichst wohnortnahe Nachsorgeangebote (z. B. Psychiater, Psychologen oder Selbsthilfegruppen). Damit soll die erste besonders fragile Phase nach dem Klinikaufenthalt überbückt und der Einstieg in einen Tavor®-freien Alltag stabilisierend begleitet werden.

Einblicke in das psychotherapeutische Programm bei LIFESPRING

Gruppenpsychotherapie
Gruppenpsychotherapie
Emotionsaktivierende Therapien
Emotionsaktivierende Therapien
Sporttherapie
Sporttherapie
Achtsamkeitsbasierte Therapie
Achtsamkeitsbasierte Therapie
Sozio- und milieutherapeutische Behandlungen
Sozio- und milieutherapeutische Behandlungen
Yoga
Yoga
Einzeltherapie
Einzeltherapie

Linderung durch Medikamente und NES

Bild Text Arzt Andreas

Andreas Gholmié
Leitender Arzt

In fachkundigen Händen lassen sich Entzugserscheinungen heutzutage gut mildern. Angefangen zum Beispiel bei Schmerzen, Magen-Darmbeschwerden und Schwindel über innere Unruhe, Angst, Panik und Schlafstörungen bis hin sogar zu Halluzinationen, epileptischen Anfällen oder suizidalem Verhalten – für all diese Komplikationen gibt mittlerweile sehr spezifische Medikamente mit guter Wirksamkeit.

Bei LIFESPRING wird der lindernde Einsatz der Medikamente zudem unterstützt durch die sogenannte „Neuro-Elektrische-Stimulation“ (NES).

 

 

«Was ist eine Neuro-Elektrische Stimulation (NES)?

Während der NES-Behandlung werden Elektroden hinter den Ohren platziert. Dies kann man sich ähnlich vorstellen, wie die Elektrodenbefestigung beim EKG. Dort wird dann ein Impulsgeber angeschlossen. Er gibt einen schwachen Wechselstrom ab, der die Produktion von Botenstoffen im Gehirn (Neurotransmitter) anregt. Nach unserer Erfahrung steigert das nicht nur das Wohlbefinden, sondern hilft auch dabei, das Botenstoffsystem wieder zu aktivieren. Dadurch lassen sich Entzugssymptome besser aushalten.»

LIFESPRING: Ein Ort zum Wohlfühlen während Ihres Tavor®-Entzugs

Unsere 21 modernen Einzelzimmer bieten Privatsphäre und Komfort gleichermaßen – eingebettet in eine naturnahe Umgebung, in der Sie zurück zu sich selbst finden können. Auch das trägt dazu bei, dass ein Entzug von Tavor® erträglicher wird.

Sie erreichen uns rund um die Uhr unter der Rufnummer: +49 2253 543 5319

Fragen zur Wirkung von Tavor®

Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials von Tavor® sowie der damit verbundenen teils massiven Absetzerscheinungen und Rebound-Effekte stellt sich die Frage: Warum ist Tavor® so beliebt? Und warum wird es – größtenteils von Hausärzten – so oft verschrieben? Die Ursachen für dieses Verordnungsverhalten liegen im geradezu „wunderheilsamen“ Behandlungserfolg. Denn Benzodiazepine, wie Tavor®, sind hoch wirksame Medikamente, die zu sehr schnellen Erfolgen führen. Das hat sich natürlich herumgesprochen. Und entsprechend häufig trifft man zum Beispiel im Internet und den sozialen Medien auf die folgenden Fragen, zu denen wir hier fachlich verlässliche Antworten liefern.

Sollten Sie darüber hinaus noch offene Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns direkt zu kontaktieren. Wir sind gerne für Sie da: +49 2253 543 5319

Tavor® enthält den Wirkstoff Lorazepam aus der Klasse der Benzodiazepine. Es bindet an bestimmte Rezeptoren des GABA-Systems im Zentralnervensystem an. Das GABA-System ist das wichtigste hemmende Neurotransmittersystem im zentralen Nervensystem. Es umfasst die Synthese, Freisetzung und Wiederaufnahme des Botenstoffs GABA (Gamma-Aminobuttersäure) sowie dessen Bindung an verschiedene GABA-Rezeptoren, die die neuronale Erregung dämpfen. Lorazepam verstärkt die hemmende Wirkung des Neurotransmitters GABA im Zentralnervensystem. Dadurch kommt es zu einer sehr effektiven Reduktion der neuronalen Erregbarkeit mit ausgeprägter angstlösender, beruhigender, muskelentspannender und antikonvulsiver Wirkung.

Die akute sedierende Wirkung hält typischerweise 6 bis 12 Stunden an, abhängig von der Dosis, individuellen Stoffwechsellage und dem Alter des Einnehmenden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Lorazepam beträgt ungefähr 10–18 Stunden, wodurch auch Abenddosen bis zum nächsten Morgen nachwirken können.

Nach oraler Einnahme setzt die beruhigende und angstlösende Wirkung von Tavor® in der Regel nach 15–30 Minuten ein. Der maximale Plasmaspiegel wird ungefähr 2 Stunden nach Einnahme erreicht.

Typische und klinisch relevante Nebenwirkungen sind:

  • Schläfrigkeit, Sedierung, Benommenheit
  • Schwindel, Ataxie (Koordinationsstörungen)
  • Muskelschwäche
  • Gedächtnisstörungen, kognitive Beeinträchtigungen
  • Paradoxe Reaktionen (z. B. Unruhe, Aggressivität)
  • Toleranzentwicklung(!) und Abhängigkeitspotenzial(!) bei längerer Einnahme

Eine zu hohe Dosis Lorazepam kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Starke Sedierung bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Atemdepression mit verringerter Atemfrequenz und -tiefe
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck) bis eventuell hin zu akutem Kreislaufversagen
  • Verwirrtheit, Koma sowie in Extremfällen sogar Tod

Im Verdachtsfall ist sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Behandlung besteht in allgemeiner Überwachungs- und Supportiv-Therapie (Atemunterstützung, Kreislaufstabilisierung).

Eine Langzeiteinnahme des Schlaf- und Beruhigungsmittels Tavor®® kann unter anderem Folgeschäden wie chronische Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen, Antriebsminderung und depressive Verstimmungen sowie emotionale Abstumpfung oder eine verminderte Fähigkeit der Selbstwahrnehmung hervorrufen.

Eine sehr ernst zu nehmendes Risiko bei der Langzeiteinnahme von Tavor® stellt das Abhängigkeitspotenzial dar. Es steigt mit der Höhe der Tagesdosis und Einnahmedauer. Schon Behandlungszeiten über 1 Woche können eine psychische und körperliche Abhängigkeit fördern. Gerade bei Langzeiteinnahme besteht eine ausgeprägte Absetz- und Rebound-Symptomatik beim schnellen Absetzen. Die hierbei drohenden Symptome wurden hier bereits ausführlich dargestellt. Ein schrittweises Ausschleichen unter ärztlicher Anleitung minimiert Entzugssymptome.

Dessen ungeachtet sollte eine längerfristige Einnahme nur unter einer strengen Indikationsstellung und ihrer regelmäßigen Überprüfung (Reevaluation) erfolgen.

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