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Medikamente gegen Alkoholabhängigkeit

Medikamente gegen Alkoholabhängigkeit

Welche Mittel gegen Alkoholabhängigkeit gibt es?

Um eins direkt vorwegzuschicken: Eine Pille gegen Alkoholabhängigkeit gibt es nicht – weder auf Rezept, noch und schon erst recht nicht rezeptfrei! Das gilt auch, obwohl die Entwicklung sogenannter Anti-Craving-Mittel in der pharmakologischen Forschung zunehmend an Fahrt aufnimmt. „Craving“ steht hier in etwas freier Übersetzung für „Suchtdruck“. Entsprechende Beispiele sind: Acamprosat (Campral), Nalmefen (Selincro) und Naltrexon (Adepend). Sie werden auch (zum Teil bedingt) von der S3-Leitlinie zur Behandlung alkoholbezogener Störungen für die medikamenten-gestützte Rückfallprophylaxe oder Trinkmengenreduktion empfohlen, sind aber alle drei verschreibungspflichtig. Dessen ungeachtet heilen sie weder die Sucht, noch ersetzen sie eine Therapie! Es sind also nur vorübergehende Hilfsmittel – nicht mehr, nicht weniger.

Ein anderer Weg zur medikamentengestützten Förderung der Alkoholabstinenz ist der Wirkstoff Disulfiram (Antabus). Er führt zur Unverträglichkeit (Angstzustände, Übelkeit, Schwitzen, Herzrasen etc.) von Alkohol. Die Auswirkungen können aber schon bei geringer Missachtung der Abstinenz lebensgefährlich (z. B. schwere Kreislaufstörungen) sein und bei längerer Einnahme zu Organschäden (z. B. Leber) führen. Die Produktion in Deutschland wurde aus ökonomischen Gründen eingestellt. Es kann aber noch aus dem Ausland importiert und im sogenannten Off-Label-Use privat verordnet werden. Die Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist schwierig, eine ausführliche Aufklärung über das Nebenwirkungspotenzial zwingend – schon aus Haftungsgründen. Auch hier gilt: Disulfiram heilt weder die Alkoholabhängigkeit, noch ersetzt es eine Therapie.

Ein weiterer Ansatzpunkt für Alkoholentwöhnungsmittel ist die Linderung von Entzugssymptomen, angefangen bei Übelkeit/Brechreiz, Durchfall, Schwitzen, Zittern, Kopf- und Rückenschmerzen, Angstzuständen, innerer Unruhe und Schlafstörungen über Herzrasen, Bluthochdruck, Unterzuckerung und Wahrnehmungsstörungen (Stichwort „weiße Mäuse“) bis hin zu Krampfanfällen oder zum lebensgefährlichen Alkoholentzugsdelir. Mittel der ersten Wahl zu ihrer Linderung sind Benzodiazepine (z. B. Adumbran, Diazepam Ratiopharm, Lexotanil, Noctamid, Tavor, Valium) sowie Clomethiazol (Distraneurin). Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials darf Clomethiazol aber nur kurzzeitig und unter klinischer Beobachtung eingesetzt werden. Die verschreibungspflichtigen „Benzos“ sind aus demselben Grund ebenfalls nur unter strenger ärztlicher Überwachung für den begrenzten Zeitraum der körperlichen Entgiftungsbehandlung einzunehmen. Denn gerade beim Alkoholentzug besteht die Gefahr des Umsteigens auf ein anderes Suchtmittel (Suchtverlagerung).

Was letztlich an rezeptfreien Mitteln verbleibt, ist nicht viel. Es sind hauptsächlich nicht verschreibungspflichtige Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmittel sowie Mittel gegen Durchfall. Auch gegen Unterzuckerung gibt es mit schnellwirksamen Kohlehydraten (z. B. Traubenzucker) rezeptfreie Behandlungsmöglichkeiten. Des Weiteren können Elektrolytlösungen und Magnesium den belasteten Mineralhaushalt wieder ins Lot bringen und z. B. Vitamin-B-Gaben die Befindlichkeit bessern.

Wie wirkungsvoll sind rezeptfreie Mittel gegen Alkoholabhängigkeit?

Im Sommer 2018 hat Stiftung Warentest rezeptfreie Schlafmittel auf ihre Wirksamkeit hin getestet. Die meisten Mittel schnitten aufgrund nicht ausreichender Studien- und Datenlage schlecht ab, z. B. alle angeblich schlaffördernden Tees oder Melatonin (letzteres auch wegen möglicher Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Angstzuständen). Einzige Ausnahmen: Antihistaminika mit den Wirkstoffen Doxylamin (z. B. Schlafsterne, Hoggar Night, Gittalun) und Diphenhydramin (z. B. Vivinox, Slepp Schlaftabletten stark, Halbmond-Tabletten, Betadorm-D). Allerdings haben Antihistaminika ebenfalls Nebenwirkungen (z. B. Benommenheit, Schwindel, Einschränkungen des Denkvermögens). Sie sollten daher nicht ohne ärztlichen Rat bzw. länger als zwei Wochen eingenommen werden.

Darüber hinaus wird auch Baldrian als (sehr) mildes Schlaf- und Beruhigungsmittel empfohlen. Doch Vorsicht: Da Studien nur für mit Alkohol versetzte Extrakte eine gewisse Wirksamkeit nahelegen, ist diese Empfehlung für den Alkoholentzug letztlich wertlos. Dies trifft auch auf Iberogast als geläufiges rezeptfreies Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz zu, welches jedoch auch die Leber besonders belastet. Insofern kommt auch dieser mit Alkohol versetzte Extrakt für die Linderung von Entzugssymptomen nicht in Betracht. Mit Lomperamid in der Darreichungsform Imodium akut steht aber immerhin ein hochwirksames rezeptfreies Mittel gegen Durchfall zur Verfügung.

Rezeptfreie Schmerzmittel, wie z. B. AcetylsalicylsäureI (ASS), Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac und Naproxen, wurden 2018 ebenfalls von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Abgesehen von allen als nicht sinnvoll erachteten Kombinationspräparaten, wurde diesen Medikamenten durchweg eine schnelle und unkomplizierte Linderung von leichten bis mittelstarken Schmerzen bescheinigt. Welches dieser Mittel aber speziell bei entzugsbedingten Schmerzen zu bevorzugen ist, sollte aufgrund teils völlig unterschiedlicher Wirkmechanismen ärztlich abgeklärt werden. Außerdem drohen auch hier bei längerem oder übermäßigen Gebrauch – teils schwere –Nebenwirkungen. Im Vordergrund stehen vor allem drohende Leberschäden. Sollte also aufgrund von chronisch übermäßigem Alkoholkonsum bei Ihnen bereits als Begleit- oder Folgeerkrankung eine Schädigung der Leber vorliegen, sollte auch hier unbedingt vor Einnahme ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie schneiden rezeptfreie Medikamente gegen Alkoholsucht
im Vergleich zu verschreibungspflichtigen Medikamenten ab?

Die Wirksamkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten im Rahmen von Alkohol-Entzug und Alkohol-Entwöhnung, vor allem von Benzodiazepinen und Clomethiazol, ist hinreichend erwiesen. Entsprechend hoch ist in der offiziellen fachmedizinischen S3-Leitlinie der Empfehlungsgrad. Dies trifft auch auf Acamprosat (Campral) und Naltrexon (Adepend) sowie – mit Abstrichen – auf Disulfiram (Antabus) und Nalmefen (Selincro) zu. Eine Empfehlung für eine rezeptfreie Medikation sucht man in der Leitlinie vergebens. Ohnehin gibt es hier nur wenige Optionen, und auch die sind nicht ohne Wenn und Aber. Insofern stellen rezeptfreie Mittel beim Kampf gegen die Alkoholabhängigkeit keine wirkliche Alternative zu verschreibungspflichtigen Medikamenten dar.

WICHTIG!

Sobald sogenannte „vegetative Entzugserscheinungen“ wie Zittern, Schwitzen, schneller Herzschlag oder starke innere Unruhe auftreten oder bei früheren Entzügen bereits Komplikationen wie ein Delirium oder Krampfanfälle aufgetreten sind, ist der Entzug ohne ärztliche Aufsicht potentiell lebensbedrohlich und sollte keinesfalls eigenständig durchgeführt werden!

Oft gestellte Fragen

Nein. Weder rezeptpflichtige noch rezeptfreie Medikamente können eine Alkoholsucht bekämpfen.
Sie können lediglich als vorübergehende Hilfsmittel beim Entzug vom Alkohol dienen. Auf keinen Fall ersetzen sie jedoch eine qualifizierte Therapie. Mehr dazu

Anti-Craving-Mittel wie Acamprosat (Campral), Nalmefen (Selincro) und Naltrexon (Adepend) sind verschreibungspflichtig und werden von der S3-Leitlinie zur Behandlung von alkoholbezogenen Störungen für die Trinkmengenreduktion oder Rückfallprophylaxe empfohlen.

Zudem wird im Zuge der medikamentengestützten Förderung der Alkoholabstinenz der Wirkstoff Disulfiram (Antabus) eingesetzt, der eine Unverträglichkeit gegen Alkohol hervorruft.

Sämtliche dieser Medikamente heilen jedoch weder die Sucht, noch dienen sie als Ersatz für eine Therapie! Mehr dazu

Rezeptfreie Medikamente, die beim Alkoholentzug zum Einsatz kommen können, sind Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmittel. Zudem werden oft Medikamente gegen Durchfall oder Vitamin-B-Gaben verabreicht, die das Befinden des Patienten verbessern können.

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